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Joachim Kögel
[Künstlerwebsite]

Weisungen
2006

Öl auf Leinwand
100 x 80 cm
© Joachim Kögel


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Orientierung

Die Anordnung der gelben Linien identifizieren wir schnell als Straßennetz einer Großstadt. Der Ausschnitt könnte einem Stadtplan entnommen oder aus der Luft aufgenommen sein. Es ist kein Zentrum auszumachen. Doch im unteren Bereich ist eine Verdichtung des Straßennetzes zu beobachten. Zudem lassen rote Punkte und Flächen – wie wir es von Stadtplänen kennen – an wichtige Gebäude denken.

In Wirklichkeit sind hier die einzelnen Straßenzüge aber nicht mehr klar zu erkennen. Sie sind teilweise mit Farbe übermalt und signalisieren gerade das Gegenteil von Ordnung. Sie scheinen verstopft zu sein und stiften Verwirrung. Wie ein undurchdringliches Dickicht verhindern sie das Vorwärtskommen. Das kann Angst auslösen, eingesperrt zu werden oder den Weg nicht mehr zu finden.

Aus dem gestalterischen Unterschied zwischen den beiden Bildhälften ergibt sich Sehnsucht nach einem übersichtlichen und sicheren Weg. Lieber keine äußeren Orientierungspunkte, wenn diese nur verwirren, und wie ihre rotbraune Farbe auch gedeutet werden kann, Verwundung und Schmerz bedeuten.

Doch worauf sollen wir vertrauen? Auf den Straßen kennen wir Navigationssysteme. Sie führen uns sicher ans Ziel, umfahren Baustellen und Staus. Für unser Leben gibt es kein solches System, bei dem das Ziel eingegeben wird und uns dann automatisch die schnellste und eine kürzeste Route vorgeschlagen wird.

Allerdings hat uns Gott seine Weisungen ins Herz gelegt, damit wir mit Seiner Hilfe den für uns besten Weg finden, der uns sicher zu einem inhaltlich wie zeitlich erfüllten Leben führt. Insbesondere die Psalmen sprechen davon: „Alle, die deine Weisung lieben, empfangen Heil in Fülle; es trifft sie kein Unheil.“ (119,165) „Er hat die Weisung seines Gottes im Herzen, seine Schritte wanken nicht.“ (37,31)

Mit dem Glauben, der Hoffnung und der Liebe, dem Sinn für Gerechtigkeit und für Schuld hat uns Gott ein Navigations- oder Orientierungsinstrument ins Herz gelegt, das die eingeschlagenen Wege vertrauensvoll geht und das Kreuzungen zuerst als Ort der Begegnung sieht und erst dann als Ort der Entscheidungen und des Abschieds. In der Fülle der Möglichkeiten vertraut der Gläubige dem über ihm seienden Gott, dass ER ihn sicher durch die Gefahren jeden Weges führt, aus Sackgassen herausholt, an den Kreuzungen die richtige Entscheidung treffen lässt und zu stärkenden Rastplätzen führt. – Mit IHM werden alle Strassen, wie es das Bild andeutet, zu lichterfüllten Wegen des Lebens, in denen bereits das Ziel entgegenleuchtet.

Patrik Scherrer / 28.10.2006


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