bildimpuls: Logo - Link: Homepage
bildimpuls der Woche Ausstellungshinweise
Archiv:  Suche | Alle Museen, Galerien, Vereine
Sonderausstellung Links
pro bildimpuls Fachliteratur / Texte
weitere Informationen Newsletter



Kai Althoff

[weitere Werke (3)]
[Druckansicht]
 
Liebe , 2002

Bootslack, Papier auf Leinwand, Firnis, 60 x 80 x 8 cm
Privatsammlung, Miami; Foto: Simon Vogel, © Kai Althoff
 
Gewebte Liebe

Dieses abstrakte Bild mit schwarzem Hintergrund erfordert von uns etwas Zeit, um das schwache Leuchten in der Fläche als ein feinstes Gewebe von goldenen Linien erkennen zu können. Was wir auch weiter auf dem Bild entdecken wollen, dieses aufgeklebte, Falten schlagende, golddurchwirkte Papier bleibt alles, was uns der Künstler in diesem Bild zum Thema Liebe sagen will.

Waagrechte und senkrechte Linien sind zu sehen, unregelmäßig gewellt, Verdichtungen und Leerräume bildend (Detailbild). Ununterbrochene fließende Bewegung von links nach rechts und von oben nach unten und umgekehrt finden sich in diesen Linien, gleichsam Leben in sich tragend. Könnten diese Linien nicht Zeichen für die Liebe sein?

Waagrecht für die Liebe zwischen den Menschen und allem Geschaffenem, senkrecht als Symbol für Gottes Liebe zu seiner Schöpfung und unsere Antwort darauf? Ist die Liebe nicht ein lichtvoller und wie Gold kostbarer Strom, der die Herzen erfreut und die Augen zum Leuchten bringt, wenn sie in Gestalt von Achtung, Menschlichkeit, Mitleid, Barmherzigkeit, Zuneigung, Hilfsbereitschaft, Sorgfalt, Herzlichkeit, Güte, Freundlichkeit u. a. m. daherkommt?

In seiner reinsten Form begegnet uns die Liebe im menschgewordenen Gottessohn. Jesus ist das Licht der Welt. Wer ihm nachfolgt, wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern wird das Licht des Lebens haben. (Joh 8,12)

Das Bild von Kai Althoff mag verdeutlichen, dass jeder Akt der Liebe ein Licht im Dunkel des Nichts ist. Wunderschön kommt hier zum Ausdruck, wie das Schenken und Empfangen der Liebe in jeder Beziehung ein Netzwerk entstehen lässt, das einerseits fein und verletzlich wie Gaze ist, andererseits durch die ihm innewohnende Kraft für alle Stürzenden ein auffangendes und haltgebendes Netz darstellt.

Die dankbaren Worten eines Beters, die uns im Psalm 139 überliefert sind, bringen das treffend zum Ausdruck:

“Denn du, Gott, hast mein Inneres geschaffen, mich gewoben im Schoß meiner Mutter.
Ich danke Dir, dass du mich so wunderbar gestaltet hast. Ich weiß: Staunenswert sind deine Werke.
Als ich geformt wurde im Dunkeln, kunstvoll gewirkt in den Tiefen der Erde, waren meine Glieder dir nicht verborgen.
Deine Augen sahen, wie ich entstand, in deinem Buch war schon alles verzeichnet; meine Tage waren schon gebildet, als noch keiner von ihnen da war.“
(Ps 139, 13-16)

So betrachtet, kann das goldene Gewebe auch ein Symbol für mich sein – ich bin entstanden im Zusammenwirken der Liebe Gottes in der Liebe vieler Menschen!

Patrik Scherrer / 20.12.2003


[voriger Bildimpuls]

[nächster Bildimpuls]