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Stefan Engelhardt
[Künstlerwebsite]

Bildserie Vertrauen
2003

13 Einzelbilder: 12 x 12 cm (im Rahmen: 30 x 30 cm)
Mischtechnik: (Aquarell, Gouache, Bleistift, etc.)
© Stefan Engelhardt

[weitere Werke (1)]
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Vertrauen II

Die dreizehn Bilder umfassende Serie Vertrauen beinhaltet neben den weißen, „durchsichtigen“ Gesichtern auch solche mit farbigen Übermalungen. Die teils schwarzen Umrandungen und vor allem die Augen und der Mund lassen die Gesichter klar erkennen, auch leuchtet der weiße Hintergrund teilweise durch, doch die Gesichter sind wie hinter einem Schleier. Die Umgebungsfarben scheinen sich über das Gesicht gelegt zu haben.

Will der Künstler damit vielleicht auf die vielen Situationen hinweisen, in denen wir nicht mehr klar sehen und Mühe haben, zu vertrauen? Bei diesen Bildern kommt es mir vor, als würden die Ereignisse überhand nehmen, über den Kopf wachsen, wie man sagt. Aus den Gesichtern spricht denn auch mehr Ernsthaftigkeit, (außer oben rechts) ja teilweise sogar Erschrockenheit. Etwas Unerwartetes ist eingetroffen, es ist bildhaft gesprochen dunkel geworden, man hat den Durchblick verloren.

Vertrauen ist da Not-wendig, um aus dieser Situation herauszukommen. Zu-ver-Sicht über alle Schatten und Hindernisse hinweg auf neue Wege, eine bessere Zeit, geheilte Beziehungen. Zuversicht aus dem Vertrauen in sich selbst, dem Selbstvertrauen, dass man es schaffen kann, Zuversicht auch aus dem Vertrauen in die Mitmenschen und vor allem in Gott, dass sie mir helfen werden, gerade wenn ich nicht mehr kann!

Die Farbe lässt sich noch anders interpretieren. Sie kann auch bedeuten, dass ich ganz erfüllt bin von den äußeren Eindrücken, getragen werde von meinen Erfahrungen und deshalb erst recht vertrauen kann. Froh gestimmt, bin ich bereit, in die Weite zu schauen, Dem zu vertrauen und mein Leben anzuvertrauen, der den echten Weitblick hat.

Diese Bildserie „Vertrauen“ ist für mich so etwas wie ein Spiegel, in dem ich meine verschiedenen Stimmungen wiederfinde. Mal geht es mir gut und läuft alles rund, dann wieder ecke ich überall an, fühle ich mich eingeengt (erste vier Bilder) oder von meinen „bunten“ Gefühlen überwältigt (zweite vier Bilder). Der Anblick der mich anblickenden Gesichter ermutigt mich zu vertrauen. Wie es Dir derzeit auch geht, das Leben geht weiter. „Ich vertraue Dir“, höre ich sie von Gott her sagen, „trau auch Du Dich!“

Patrik Scherrer / 07.02.2004


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