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Peter Klein
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Frohe Botschaft
2009

Eichenstele, Teile alter Telegraphenmasten
Höhe 225 cm, Foto: Peter Stengele, © Peter Klein



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Die frohe Botschaft weitergeben

Mächtig erhebt sich die verwitterte Eichenstele in die Höhe. In der oberen Hälfte sind drei Reihen Porzellanisolatoren von früheren Telegraphenmasten angebracht. Zusammen ergeben sie eine Art Baumkrone oder Dach. Eine leicht geschwungene Form verleiht der Skulptur zudem eine dynamische Eleganz.

Unterhalb der Isolatorenreihen, etwa in der Mitte der Eichenstele, ist eine quadratische Öffnung ausgenommen. Ihre Seiten sind golden bemalt, auf ihrer Grundfläche liegt klein und unscheinbar eine kleine Menschengestalt, ein Kind, ein Neugeborenes. Sein Körper ist so in Leinen eingewickelt, dass er wie ein Laib Brot aussieht, sein Kopf ist leicht dem Betrachter zugewendet (Großansicht).

Als Lichtgestalt tritt das weiße Kind im goldenen Sch(r)ein und der dunklen Umgebung in Erscheinung. Sein Körper korrespondiert mit den weißen Porzellanelementen, die durch ihre vereinfachte Gestalt selbst Lichtwesen andeuten, eine symbolische Engelschar, die diesen Ort umgibt.

Die irdische Holzstele ist zu einem massiven Haus für den Gottessohn geworden. Sein „Brotleib“ erinnert seinen Geburtsort Bethlehem – der übersetzt „Haus des Brotes“ heißt. Und er erinnert auch, dass sich in Jesus Gott selbst den Menschen schenkt und ihnen sein Leib in der Gestalt des geteilten Brotes zum Essen gibt (vgl. 1Kor 11,24).

„Die Mitte des Christentums und seiner Botschaft ist die wirkliche Selbstmitteilung Gottes an die Kreatur (Karl Rahner). Die große Eichenstele mit eingefügten Teilen alter Telegraphenmasten lässt das Übermaß dieser Botschaft auf die unscheinbare Gestalt des Kindes treffen. In ihm, dem Kind von Bethlehem, findet und verehrt der Glaube das unfassbare Geheimnis der Selbstmitteilung Gottes in Jesus Christus.“ (Peter Klein)

Die Elemente der früheren Telegraphenmasten machen deutlich, dass die Botschaft von der Geburt des Gottessohnes in alle Welt hinausgetragen werden soll. „Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt.“ (Lk 2,11-12)

Im Bild ist der „Telegraphenmast“ der Übermittler dieser Frohen Botschaft. Aber hat der aufgerichtete Eichenbalken nicht auch eine entfernte Ähnlichkeit mit einer menschlichen Gestalt? Würde die Skulptur dann nicht auch andeuten, dass Gott seinen Sohn in uns hineingelegt hat und wir ihn als Christusträger zu allen Menschen bringen sollen, zu denen wir gehen und denen wir begegnen? Und ihnen persönlich von unserem Glauben Zeugnis geben, dass Gott sich uns mitgeteilt hat und in uns lebt? – Durch die Geburt Jesu hat die Beziehung zwischen Gott und Mensch eine neue Qualität erhalten. Diese soll sich auch unter uns Menschen auswirken.


Zeitungsartikel von Gudrun Deinzer über Peter Klein am 24.12.2009 im Südkurier: Kunst und Religion sind nicht zu trennen

Patrik Scherrer / 30.12.2014


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