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Dietlinde Stengelin
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Christkind , 2015

Acryl, Kohle, Papier, 32 x 34 cm
© VG Bild-Kunst, Bonn 2017
 
Vom Himmel hoch

Mit wenigen Kohlestrichen hebt sich der Kinderkopf vom weißlich strukturieren Hintergrund ab. Er scheint aus dem Nichts aufzutauchen. Zeichnerische Ausschweifungen deuten jedoch an, dass er von oben kommt, in Rundungen gesprochen geradezu in die Welt purzelt.

Körperlich scheint der Kopf allein zu sein. Und doch wird er auf der rechten Seite durch die dunkleren Schattierungen und nach unten durch einen gelblicheren Farbkörper und der darüber liegenden Notenlinie gehalten.

Festlich stimmt der Musikschlüssel auf die ersten drei Töne ein. Wer sie nachsummt, wird neben den Tönen schnell auch die Worte dazu aus dem bekannten Weihnachtslied hören: „Vom Himmel hoch, da komm ich her“. Diese Worte begründen im Lied den Auftritt und die Botschaft des verkündenden Engels, während sie in der vorliegenden Arbeit dem Kind zugeordnet werden können. „Vom Himmel hoch, da komm ich her!“

So schlicht kommt diese bahnbrechende Botschaft rüber, dass sie übersehen und überhört werden kann. Gott drängt seine Menschwerdung den Menschen nicht auf. Nur wer offen für Gott ist und auf ihn zu hören vermag, bei dem kann die Botschaft ankommen und das Wort Fleisch werden.

Ein anderer Aspekt leuchtet durch die Darstellung diskret auf: Jedes Menschenkind ist ein Geschenk des Himmels, ein Geschenk Gottes an seine Eltern als auch an alle Menschen. In jedem Neugeborenen schenkt Gott sich selbst in neuem Leben und neuer Liebe mitten unter uns Menschen.

Vom Himmel hoch da komm ich her ...
damit der Mensch zum Mensch wird mehr und mehr!


Patrik Scherrer / 02.01.2016


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