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Josef Roßmaier
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Advent , 2010

Fotografie, © Josef Roßmaier
 
Licht am Horizont

Dunkelheit belegt den größten Teil der Bildfläche. Schatten und Unschärfen lassen kein klares Erkennen zu. Nur in der Ferne ist ein gelbes Licht zu sehen – oder ist es vielmehr sein Wiederschein auf einer Wolke?

Damit beherrscht nicht die Dunkelheit, sondern das Licht dieses Bild. Das Licht am Horizont lässt die Dunkelheit nicht mehr als Nacht erfahren, vielmehr als Dämmerung, als Morgendämmerung vielleicht, in der bereits eine Fläche und hohe Gräser oder Büsche erkennbar sind. Die Nacht neigt sich ihrem Ende zu, die Schritte des durch die Nacht Wandelnden nehmen an Sicherheit zu, denn Licht ist in Sicht (Großansicht).

In der immer dunkler werdenden Jahreszeit auf die Wintersonnenwende zu werden wir Menschen verstärkt zu Lichtsuchenden und Sonnenhungrigen. Manche spüren den Mangel an Tageslicht durch eine erhöhte Müdigkeit, Launenhaftigkeit, manchmal sogar durch depressive Verstimmungen. Dadurch wird die Sehnsucht nach Licht existenziell. Die Kälte verstärkt diese Sehnsucht mit dem Bedürfnis nach Wärme, insbesondere in der Nacht.

Auf Weihnachten zugehen ist ein stiller und einsamer Weg durch die Nacht. Den drei Weisen hat ein Stern den Weg geleuchtet. Ein himmlisches, ja kosmisches Licht hat auf das „Licht der Welt“ hingewiesen, das in einem Kind allen Menschen aufleuchtet. Erst mit seiner Geburt werden in der Natur die Tage wieder länger und bei den Menschen die Herzen heller.

Uns leuchtet der Weihnachtsstern schon von weitem. An vielen Orten leuchten die Lichter aber auch schon so, als wäre Weihnachten schon da. Doch noch ist es nicht soweit. Die Zeit ist noch nicht gekommen. Wir müssen warten, dürfen erwarten, sollen uns vorbereiten auf die Begegnung mit IHM. Der Weg durch die Nacht ist nicht einfach auszuhalten. Er ist auch ein Weg durch die Dunkelheiten unseres Glaubens hindurch, die Zweifel, der Unglaube, die Angst, den Weg nicht zu finden oder zu schaffen.

Möge Gott uns mit der Gnade beschenken und dem Licht des Glaubens und der Liebe erfüllen, damit wir im Glauben stark werden. Damit wir selbst Licht werden in den Dunkelheiten unserer Zeit. Für alle Menschen auf den Schattenseiten des Lebens, die sich nach geordneten Verhältnissen und sozialer Geborgenheit und Wärme sehnen. Damit sie Licht am Horizont erfahren dürfen.

Patrik Scherrer / 26.11.2016


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