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Tobias Kammerer
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Ostern und Auferstehung , 2003

Echtantikglas, teilweise mit Schmelzfarben bemalt, geätzt, und teilweise übereinandergeklebt, Größe je 120 x 510 cm, Kath. Pfarrkirche Wilhelmsthal, © Tobias Kammerer
 
Österlicher Auftrag

Hinter der schwarzen Silhouette des Kreuzes erhebt sich farbenfroh das lebendige Licht der Auferstehung. Ostern, Auferstehung des Herrn, Grundstein des christlichen Glaubens wird hier gestalterisch gefeiert.

Beeindruckend sind die geometrischen Formen, die sich farblich mit menschlichen Figuren und ihren Bewegungen verbinden. Alles ist auf Begegnung zwischen Himmel und Erde ausgelegt. Alles ist vom warmen „Licht aus der Höhe“ durchdrungen, welches seinen intensivsten Ausdruck in den weißen Steifen findet. Die Prophezeiung des Zacharias hat sich erfüllt: „Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes hat uns das aufstrahlende Licht aus der Höhe besucht, um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes, und unsere Schritte auf den Weg des Friedens zu lenken.“ (Lk 1,78-79)

In jedem Fenster bilden umlaufende Bahnen (blau, weiß, rosa), die nach oben hin offen sind, eine Art Gefäß oder Erfahrungsraum. Jeder ist mit einer österlichen Begegnung erfüllt, welche ihrerseits nach oben den Rahmen sprengt. Die Osterbotschaft und –freude kennt keine Grenzen!

Doch ganz unten – dem Betrachter am nächsten – weisen die in kühlem Blau gehaltenen Flächen und Menschen auf unsere Suche nach dem Auferstandenen hin. Am frühen Morgen des dritten Tages kommen die Frauen zum Grab (links) und finden es leer vor. Statt dessen begegnen sie einem Engel, der zu ihnen – und damit auch zu uns – vom Himmel her die tröstende Botschaft überbringt: „Fürchtet Euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat.“ (Mt 28,5-6) Der Engel ist ganz rot, weil er im Dienste dessen steht, der ganz Liebe ist und dadurch die Macht hat, Tote zum Leben zu erwecken.

Das mittlere Fenster leuchtet in strahlenden Gelb- und Rottönen, in denen die Liebe und die Barmherzigkeit Gottes ihren Ausdruck finden. Vom Zentrum der Komposition aus strebt ein Engelsreigen nach oben. Er beschreibt den himmlischen Chor der Seraphim, die in Liebe brennend (deshalb auch rot) in immerwährender Anbetung vor Gott stehen. Vollendung und Verherrlichung strahlt dieses Fenster aus – und lädt uns ein, über das Sanctus in der Eucharistiefeier hinaus ins Lob der Engel einzustimmen: „Heilig, heilig, heilig, Gott, Herr aller Mächte und Gewalten. Erfüllt sind Himmel und Erde von deiner Herrlichkeit. Hosanna in der Höhe!“

Das rechte Fenster erzählt von der Himmelfahrt Jesu. Inmitten des gelben Lichtstroms erscheint Jesus und neigt sich den Jüngern zu mit dem Auftrag: „Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde. Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss, ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ (Mt 28,18-20) Im Element des Lichtes, das Himmel und Erde verbindet, offenbart sich Christus als das „Licht der Welt“ seinen Jüngern. In seinem Licht sehen sie ihre Aufgabe klar und erfahren sie sich, von Christus gesegnet und mit seinem Heiligen Geist erfüllt (orange), bereit, in aller Welt seine Zeugen zu sein und die frohe Botschaft seiner Auferstehung verkünden zu können.

Viele haben sich von ihrem Zeugnis begeistern lassen und sind selbst zu Zeugen Jesu Christi geworden. So hat Jesu Botschaft uns erreicht ... damit auch wir zu seinen Jüngern und Zeugen werden. Wie sieht das bei mir aus? Was habe ich aus der Taufe auf den Namen des dreieinigen Gottes gemacht? Ist in meinem Alltag etwas davon zu spüren – auch durch meine „Nächsten“?

Patrik Scherrer 22.05.2004


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