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Nele Stroebel
[Künstlerwebsite]

Marienbild für den privaten Wohnraum
2003

Bild 6,8 x 8,6 cm, mit Rahmen 20 x 25 cm
abgebildet in Wettbewerbskataolog des Diözesanmuseums Freising “Ein Marienbild für heute”, Seite 63, Foto: Rainer Lehmann © VG Bild-Kunst, Bonn 2017


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Maiandacht mit Maria

Ein Andachtsbild für Zuhause. Klein und unaufdringlich, fein gearbeitet. Zum Innehalten einladend, wie die ange- zündete Kerze, deren leuchtende Flamme von Gott kündet und alles in Sein feierliches Licht kleidet.

Andacht - andächtiges „Andenken“ - an jemanden Denken. In eine geistige Welt eintauchen. Erinnerungen, und Bezieh- ungen aufgreifen, sorgfältig festhalten. In Gedanken kreisen, zum Bewegenden hintanzen, wie die Form der Hände.

Es könnten meine Hände sein, die sich verlangend in diesen „geistigen“ Raum hineinstrecken. Aber es sind dieHände von einem Gegenüber, die das kleine Bild umgeben. Wie mir hinhaltend, doch nicht berührend. Sehnsucht weckend, das Geheimnis des Glaubens anklingen lassend.

Der breite Rahmen schützt diesen geistigen Raum wie dicke Mauern vor den Vereinnahmungen des Alltags. Er markiert diesen besonderen Platz im Haus, ist Tor zur geistigen Welt, Teil der Kirche, wie das kleine Bild im Hintergrund.

Ausschnitt, bzw. Einsicht in eine Kirche. Nur der Arm der Freisinger Madonna in der Pfarrkirche Jetzendorf aus dem 18. Jh. ist zu sehen. Nicht sie steht im Mittelpunkt des Bildes und damit der Be(tr)achtung, sondern die weiße Lilie. Symbol der unbefleckten Empfängnis und der Reinheit ihres Herzens. Maria sammelt unsere Sehnsucht und unser Gebet, um es zusammen mit ihrem eigenen Gebet vor Gott zu bringen.

Maria und mich verbindet diese Sehnsucht nach Gott, das Suchen seines Angesichts. Ich höre die Worte des Psalmisten: „Vernimm, o Herr,  mein lautes Rufen; sei mir gnädig, und erhöre mich! Mein Herz denkt an dein Wort: „Sucht mein Angesicht!“ Dein Angesicht, Herr, will ich suchen.“ (Ps 27,7-8)

Mitten im Alltag ist gerade Maria, weil sie so ganz in unserer Welt verwurzelt und doch ganz auf Gott ausgerichtet war, eine wunderbare Mittlerin und Fürsprecherin. So erinnert sie uns wie das in der Wohnung aufgehängte Kreuz an Sein heilwirkendes Leben auf der Erde und hilft uns, im Geist immer wieder neue Zugänge zu Ihm zu finden, der unsichtbar unter uns lebt und wirkt.

Patrik Scherrer / 15.05.2004


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